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Beiträge getaggt mit Traumzeit
Traumzeit:Die Legende über „The Three Sisters“
28. Okt
Dazu sollte man die Geschichte über die drei hübschen Schwestern des Katoomba Stammes kennen. Die Töchter des Medizinmannes waren unsterblich in drei Brüder eines anderen Stammes verliebt. Aber das Gesetz erlaubte nur Hochzeiten innerhalb des Stammes. Die drei Brüder, tapfere Krieger, beschlossen die Geliebten im Kampf zu erobern. Erbittert war die Schlacht gegen den Medizinmann, der sicherheitshalber seine Töchter in drei Steine verwandelte, damit ihnen beim Kampf nicht passieren möge. Nach der Schlacht wollte er den Zauber dann wieder aufheben. Unglücklicherweise wurde der Medizinmann im Kampf getötet. Seitdem ist es nicht gelungen den Bannspruch aufzuheben. Dagegen wäre heute auch die Touristikindustrie. Kommen doch jährlich 500 Tausend Touristen zu den „Three Sisters“.
Dr. Dieter Tischendorf (ditido)
Traumzeit: Wie die Sonne gebildet wurde
20. Okt
Für eine lange Zeit gab es keine Sonne, nur einen Mond und Sterne. Das war, bevor es Männer auf der Erde gab. Es lebten nur Vögel und Tiere, von denen viele größer waren, als sie es heute sind.
Eines Tages kamen Dinewan, der Emu, und Brolga, der native companion, auf eine große Fläche nahe Murrumbidgee. Dort gerieten sie in Streit und kämpfen miteinander. In der Rage stürmte Brolga zum Nest von Dinewan, ergriff eines der sehr großen Eier und warf es mit seiner ganzen Kraft bis zum Himmel warf. Dort prallte es auf einem Haufen des Brennholzes, der in Flamme aufging, während das Eigelb sich über alles ausbreitet und alles mit gelb überzog. So wurde die Welt zum Erstaunen jedes Geschöpfs plötzlich beleuchtet. Die Geschöpfe waren gewohnt im Halbdunklen zu leben. Die Helligkeit blendete sie.
Ein guter Geist, der im Himmel lebte, sah, wie hell und schön die Erde aussah, wie von oben durch diese Flamme beleuchtet. Er beschloss, dass es eine gute Sache sein würde, nunmehr täglich so ein Feuer zu schüren. Und er hat das von da an auch getan. Jede Nacht sammelt er und sein ihn begleitender Geist Holz und sie häuften es auf. Kurz bevor der Haufen fast genug groß war , schickten sie den Morgenstern aus, um die auf Erde zu warnen, dass das Feuer bald leuchten wird.
Die Geister fanden jedoch diese Warnung war nicht ausreichend, für die Bewohner der Erde, besonders, wenn diese noch schliefen. So überlegten sie, dass man durch Geräusche noch in der Dämmerung das Kommen der Sonne ankündigen müsse, um so die Schläfer zu wecken. Lange Zeit konnten sie sich nicht entscheiden, wem man diese Aufgabe geben sollte.
Schließlich hörten sie ein unverkennbares Lachen von Goo-goor-gaga, dem lachenden Esel oder dem: lachender Hans, wie ich die Deutschen nennen, das durch die Luft schallte. „Das ist das Geräusch, das wir wünschen“ sagten sie.
Dann erklärten sie Goo-goor-gaga, dass er, wenn der Morgenstern verblasst und der Tag dämmert, jeden Morgen mit seinem lautesten Lachen alle Schlafenden vor dem Sonnenaufgang wecken soll. Wenn er nicht damit einverstanden ist, würde kein Sonnenfeuer mehr die Erde erreichen und die Dämmerung würde für ewig wieder einziehen,
So sicherte Goo-goor-gaga das täglich Sonnenlicht für die Welt.
Er war damit einverstanden, und mühte sich sehr, jeden Morgen sein lautestes Lachen täglich erschallen zu lassen. Mit der Zeit wurde er aber so heiser von täglichem Lachen und bald kam aus seiner Kehle nur noch ein lautes Gackern, „Goo goor gaga, goo goor gaga, goo goor gaga.“
Am Anfang ist das Feuer der Geister noch schwach, hat nicht viel Hitze. Aber in der Mitte des Tages, wenn der vollständige Haufen des Brennholzesvoll in Flammen steht, ist die Hitze manchmal sogar unerträglich. Dann geht die Hitze mit der nachlassenden Glut stufenweise zurück. Bis beim Sonnenuntergang nur noch rote Glut übrig bleibt. Diese verlischt bis auf einige Funken, die die Geister mit Wolken bedecken und am nächsten Morgen für das neue Feuer benötigen.
Kindern ist es nicht erlaubt, das Gelächter von Goo-goor-gaga nachzuahmen, aus Furcht, dass er den Spott der Kinder hört und mit seinem Morgenschrei aufhört
Kindern, die es trotzdem tun, wächst zur Strafe ein Extrazahn über ihrem Augenzahn, damit sie für immer ein Zeichen der Strafe ihres Spottes mit sich tragen. Genauso wissen auch die guten Geister, dass wenn einst die Zeit kommt, wo die Goo-goor-gagas aufhören zu lachen, um die Sonne anzukündigen, dass dann keine Morgendämmerung mehr den tag ankündigen wird. Es wird erneut Finsternis auf der Erde herrschen.
Nachbetrachtung:
Diese Geschichte gefällt mir deshalb so gut, weil sie eigentlich drei, schon erzählte Aboriginal Legenden in sich vereint. Da wäre der Kampf zwischen Emu und Brolga, der mit dem Hochwerfen des letzten Emu Eis endet. Darauf folgt logisch die Entstehung des Himmelsfeuers und der Entschluss von Ngoudenout, diese Feuer zu unterhalten, und dann zum Schluss die „Vergatterung“ des Kookaburra, dessen englischer Spitzname (laughing jackass) vielen Deutschen, die ihn als „lachender Hans kennen, neu sein dürfte.
Dr. Dieter Tischendorf / 20.10.08
Traumzeit – Schöpfungsgeschichte der Aborigines
19. Okt
Die Traumzeit bezeichnet in der Mythologie der Aborigines die Zeit der Schöpfung. Die Traumzeit-Legenden bilden ihre Schöpfungsgeschichte.
Die Ereignisse der Traumzeit liegen in der Vorstellungen der Aborigines zwar in der Vergangenheit, dennoch sind die Menschen durch Rituale mit dieser Vergangenheit verbunden. Es sind die Figuren dieser Schöpfungsgeschichte, die die Berge, die Flüsse, das Meer und den Himmel schufen und den Tieren und den Pflanzen ihren Namen gaben. Die zentrale Figur dieser Schöpfungsgeschichte ist in den meisten Traumzeiten die Regenbogenschlange, denn sie „ist die Verschmelzung von zwei wichtigen Prinzipien, die die Einheit von Geist und Materie darstellen.
Als die Aborigines vor 40.000 oder mehr Jahren Australien besiedelten, begannen sie in Traumzeit-Legenden, die mündlich überliefert wurden, von der Erschaffung Australiens zu berichten.
Es sind Regeln für das menschliche Zusammenleben, für Recht und Gesetz. Die Traumzeit legt auch die sozialen Regeln fest, stellt somit einen Verhaltenskodex dar, der bei Verstößen sanktioniert wird. Es gibt nichts, was nicht mit der Traumzeit verbunden ist. Dennoch kennt die Traumzeit keine Götter und keinen Gott. Nach Gerhard Leitner gibt es drei wesentliche Ansätze dieser “Weltanschauung”.
- Da es regionale und persönliche Traumzeiten gibt, sind die persönlichen Traumzeiten in das größere regionale Umfeld, das Land, eingebunden. Diese Einbettung kommt über die väterliche Linie zustande.
- Die Traumzeit wird nicht in Frage gestellt. Sie ist evident, so wie es im Christentum evident ist, dass Christus auferstanden ist und gen Himmel gefahren ist. Im Christentum gab es stets Zweifler, dies ist bei den Aborigines kaum der Fall.
- Die Traumzeit ist gottlos, ihr zentrales Thema ist die Geografie, die sich in der Landbindung offenbart. Das Land ist die zentrale Traumzeitfigur und kein Gott. Das Land und die Traumzeit anderer wird respektiert. Alle Traumzeiten, besser Traumzeitpfade, sind mit einander verkettet. Die Traumpfade (songlines), diesen Begriff hat Bruce Chatwin verwendet, bedeuten, dass niemand das gesamte Wissen der Traumzeit besaß und dieses Einzelwissen in periodisch stattfindenden Riten und Zeremonien zusammengefügt wurde und wird.
Das Wissen war nicht allen zugänglich, sondern nur auserwählten Trägern der Gemeinschaft. Es war geheim. Es gab hervorgehobene Persönlichkeiten in den Gruppen, den Stammesführer (clever man), den Medizinmann (medicine man) und den Richter (law man), den Ältesten der Gruppe, die dieses Wissen weiter vermittelten. Dieses Wissen wurde nach Frau und Mann unterschieden. Es bedeutete auch nicht, dass die jeweilige Person eine hervorgehobene Stellung in der Gruppe innehatte. Das Wissen der Frauen war Männern nicht zugänglich und umgekehrt.
Die Rechtsprechung geschah durch den Ältesten der Gruppe, und Unrecht wurde geahndet. Es waren entweder unmittelbare Sanktionen oder Verhandlungen; auch konnte ein Kampf vereinbart werden. Deutete der Richter, der law man, mit einem Knochen auf den Verurteilten, so kam dies einem Ausschluss aus der Gruppe gleich. Ausschluss aus der Gruppe bedeutete, dass er alleine kaum eine Überlebenschance in der Wüste bzw. Savanne hatte.
Ein besonderer Ausdruck der Traumzeit ist der Totemismus. Jede Person ist Träger eines Totems, einer Totemfigur. „Sie legen dem Träger bestimmte Pflichten auf. Wenn z.B. das Totem ein Tier ist, sagen wir ein Känguru, dann wird es der Betreffende nicht jagen oder essen. Er wird niemanden heiraten, der dieses Totem hat, auch wenn anderweitige Voraussetzungen erfüllt sind. Totems schaffen Verbindungen, die über die Verwandtschaft hinausgehen.
Quelle: wikipedia
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